Die Cloud-to-cloud-Konnektivität innerhalb eines Energiemanagementsystems ermöglicht EV-Flexibilität und die Optimierung von zeitvariablen Tarifen ohne zusätzliche Geräte vor Ort. Durch niedrigere Implementierungskosten, schnellere Skalierbarkeit und eine vereinfachte Endkund:innen-Akzeptanz wird Flexibilitätshandel zu einem messbaren finanziellen Vorteil. Das Ergebnis sind echte Energieeinsparungen, die weit über Pilotprojekte und theoretische Optimierungen hinausgehen.
Die Cloud-to-cloud-Konnektivität erlaubt es, das Laden von Elektrofahrzeugen (EVs) auf Preissignale des Energiemarktes reagieren zu lassen – sei es im Intraday-, Day-Ahead- oder Regelenergiemarkt. Wenn die Preise schwanken, bewegen sich auch die Steuersignale entsprechend. Diese Geschwindigkeit entscheidet darüber, ob Flexibilität im richtigen Moment genutzt wird oder ungenutzt bleibt.
Dies ermöglicht es Marktzugangsanbietern, ihre Beschaffungsstrategien basierend auf Echtzeit-Marktbedingungen und Preissignalen aktiv zu optimieren. Durch die Verschiebung des Verbrauchs aus teuren Zeiträumen und die Monetarisierung verfügbarer Flexibilität über den Energiehandel kann Strom zu niedrigeren Durchschnittskosten beschafft werden.. Diese Einsparungen werden an die Endverbraucher:innen weitergegeben – in Form wettbewerbsfähigerer Strompreise, die durch bessere Timing-Strategien erzielt werden, nicht durch reduzierte Nachfrage.
Die XENON Flex-Lösung von gridX übernimmt die Orchestrierung unauffällig im Hintergrund. Sie aggregiert Flexibilität, führt die Steuerungslogik aus und skaliert die Optimierung ohne zusätzliche physische Komplexität. Das Ergebnis sind nicht nur theoretische Effizienzgewinne, sondern messbare Kostensenkungen, die sich über die Zeit kumulieren.
Warum Cloud-to-cloud-Anbindung Kosten senkt und Skalierung vereinfacht
Cloud-zu-Hardware-Konnektivität bleibt in vielen Energiesystemen wichtig, insbesondere bei Mehrfach-Asset-Haushalten und Nachrüstungen, bei denen bestehende Anlagen nicht für die direkte Cloud-Integration mit neuen Geräten konzipiert wurden. In diesen Fällen fungiert die Hardware vor Ort als notwendige Brücke und ermöglicht die Steuerung dort, wo keine native Cloud-Schnittstelle existiert.
„Die Cloud-to-cloud-Konnektivität kann die Skalierung von Optimierungsprodukten für einzelne Anlagen erheblich vereinfachen. Um den wachsenden Massenmarkt für das Laden von E-Autos zu bedienen, ermöglichen unsere Cloud-Connector-Funktionen unseren Kunden, attraktive und wertschöpfende Produkte für Endnutzer:innen anzubieten, die mit ihren EV-Marken und -Modellen kompatibel sind. Cloud-to-cloud hat sich als praktikable Verbindung erwiesen, um E-Autos sowohl auf Nutzer:innen- als auch auf Flottenebene zu optimieren, den Monetarisierungswert der Flexibilität zu maximieren und die Ladekosten zu senken”, erklärt Brian Diaz, Senior Strategic Account Manager bei gridX, der eng mit E.ON Deutschland und Essent zusammenarbeitet, um Elektrofahrzeuge in Haushalten über Cloud-to-cloud-Integration flächendeckend zu vernetzen.
Dieser Vorteil zeigt sich in Geschwindigkeit und Umfang der Rollouts. Da keine physischen Installationen erforderlich sind, ermöglichen Cloud-to-cloud-Setups deutlich höhere Rollout-Volumina in kürzeren Zeiträumen. Neue Kund:innen und Anlagen können parallel statt nacheinander eingebunden werden, ohne durch Verfügbarkeit von Installateuren oder Zugang zu Standorten eingeschränkt zu sein.
Auch die Akzeptanz bei Endkund:innen ist meist höher. Keine zusätzlichen Anlagen bedeuten keine Genehmigungsprozesse für Hardware, keinen Platzbedarf und keine Änderungen an bestehenden Elektroinstallationen. Für viele Endkund:innen reduziert der Verzicht auf neues Equipment vor Ort die Hürden und verkürzt die Entscheidungszyklen.

Zusammengefasst machen diese Faktoren Cloud-zu-Cloud-Konnektivität wirtschaftlich attraktiv. Niedrigere Investitionskosten, höhere Rollout-Kapazitäten und eine einfachere Kund:innenakzeptanz schaffen ein Fundament, auf dem Optimierung und Flexibilität breit und profitabel eingesetzt werden können. Nicht als Ersatz für Cloud-to-Hardware, sondern als Ergänzung dort, wo eine direkte Cloud-Integration bereits möglich ist.
Was unsere Simulation zeigt: Die Einsparungen im Detail
Um die Auswirkungen verschiedener EV-Ladestrategien zu quantifizieren, hat gridX externe Benchmarks von BCG mit internen Flex-Simulationen kombiniert. Dabei wurden drei zunehmend flexible Anwendungsfälle für unidirektionales Laden verglichen. Während die Einsparungen beim bidirektionalen Laden auf BCG-Benchmarks basieren (direkt in €/Jahr dargestellt), spiegeln die unidirektionalen Szenarien die eigenen Flex-Simulationen von gridX wider.
~140 € pro Jahr: Intelligentes Laden mit Day-Ahead-Preisen
Der Ausgangspunkt ist ein intelligentes Ladeszenario, bei dem ein unidirektionales Elektrofahrzeug auf Basis von Day-Ahead-Preisen geladen wird. Das Laden wird in günstigere Stunden verschoben, aber die Entscheidungen werden im Voraus getroffen und bleiben weitgehend statisch, sobald der Tag beginnt. In diesem Setup liegt der simulierte Ersparniswert für Endkund:innen bei etwa 140 € pro Jahr. Dies zeigt bereits, dass selbst ein grundlegendes Preisbewusstsein die Ladekosten senken kann, das Potenzial jedoch durch langsame Reaktionen und grobe Preissignale begrenzt bleibt.
~400 € pro Jahr: Intraday-Optimierung via Cloud-to-cloud-Steuerung
Der zweite Schritt führt den expliziten Flexibilitätshandel auf dem Intraday-Markt ein. Hier wird das Laden des EVs aktiv auf Basis von Echtzeit-Preissignalen statt nach festen Zeitplänen optimiert. Ladeentscheidungen werden dynamisch aktualisiert, wenn sich die Preise im Tagesverlauf ändern. In diesem Szenario steigt der simulierte Ersparniswert für Endkund:innen auf rund 400 € pro Jahr – also etwa das Zwei- bis Dreifache der reinen Day-Ahead-Optimierung.
Dieser Sprung wird nicht durch höhere Ladevolumina oder andere Anlagen verursacht. Er resultiert aus Geschwindigkeit und Steuerung. Durch die schnelle Reaktion auf Intraday-Preisbewegungen können günstigere Zeitfenster konsequenter genutzt werden. Hier zeigt die Cloud-to-cloud-Steuerung ihre Stärke. Sie ist nicht auf perfekte Prognosen angewiesen, sondern darauf, handeln zu können, solange die Chance besteht.
~800 € pro Jahr: Bidirektionales Laden und künftige Flexibilität
Der dritte Schritt blickt voraus auf das bidirektionale Laden. Wenn EVs den Strom nicht nur verbrauchen, sondern auch zurückspeisen können, steigt die Flexibilität deutlich an. In diesem Zukunftsszenario erhöht der explizite Flexibilitätshandel mit bidirektionalem Laden den simulierten Ersparniswert für Endkund:innen auf rund 800 € pro Jahr. Auch wenn dies über den heutigen Massenmarkt hinausgeht, bestärkt es denselben Mechanismus: Vehicle-to-Grid macht EVs zu bidirektionalen Anlagen und erhöht die steuerbare Flexibilität, die zentral für einen größeren wirtschaftlichen Nutzen gehebelt werden kann.
Über alle drei Szenarien hinweg ist das Muster eindeutig: Je höher die Flexibilität und je schneller und zentraler die Steuerung, desto höhere Einsparungen sind möglich. Der exakte Euro-Betrag variiert je nach Flottengröße, Ladeverhalten und Marktbedingungen. Konsistent bleibt jedoch die Richtung. Marktbasierte Optimierung liefert erst dann signifikante finanzielle Ergebnisse, wenn die Steuerung präzise genug ist, um mit der Preisdynamik Schritt zu halten.
Genau das ist die Rolle, die Cloud-to-cloud in diesem Setup spielt. Sie verspricht keine perfekten Ergebnisse, aber sie erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Flexibilität tatsächlich monetarisiert werden kann, wenn es darauf ankommt.

Wie Cloud-to-cloud-Einsparungen von der HEMS-Ausführung abhängen
Laut Irene Guerra Gil, Expertin für Energiemärkte bei gridX, materialisieren sich Cloud-to-cloud-Einsparungen nur dann, wenn Marktsignale in präzise Aktionen auf Anlagenebene übersetzt werden können. Ein schnellerer Marktzugang allein schafft noch keinen Wert. Der Mehrwert entsteht erst, wenn diese Geschwindigkeit mit einer Ausführungslogik kombiniert wird, die nah genug an den Anlagen ist, um selektiv zu agieren.
„Im Flexibilitätshandel besteht die Herausforderung selten darin, ein Preissignal zu identifizieren. Es geht darum, zu entscheiden, welche Anlagen wie stark und wie lange reagieren sollen. Intraday-Preisspitzen sind kurzlebig und ungleichmäßig. Wird Flexibilität zu breit oder zu spät aktiviert, verringert das den Wert der Reaktion oder kann ihn sogar neutralisieren”, fügt Irene hinzu.
Hier kommt XENON Flex ins Spiel. Als Flexibilitätsebene auf unserem Home-Energy-Management-System aggregiert es EVs und andere flexible Anlagen zu einem einzigen, handelbaren Flexibilitätspool. Sobald eine Marktposition eingenommen wird, disaggregiert es diese Flexibilität wieder auf Systemebene. Jedes EV erhält eine klare Lade- oder Entladeanweisung, die mit den Marktbedingungen, technischen Einschränkungen und dem Nutzer:innenverhalten übereinstimmt. Diese Orchestrierungsschicht macht aus der Cloud-to-cloud-Konnektivität messbare Einsparungen statt eines abstrakten Marktzugangs.
Aus Handelsperspektive liegt der Wert der Cloud-to-cloud-Konnektivität darin, wie einfach Flexibilität in großem Maßstab verfügbar gemacht werden kann. Ohne den BEdarf an Geräten vor Ort können Marktzugangsanbieter mehr Anlagen schneller und mit geringeren Investitionskosten anbinden. Diese breitere Teilnahmebasis verschafft XENON einen größeren und gleichmäßigeren Pool an Flexibilität. Einsparungen entstehen durch die breite Beteiligung der Anlagen und die hohe Endkund:innenakzeptanz. So kann Flexibilität gezielt und wirtschaftlich in Reaktion auf Marktbedingungen eingesetzt werden.

