Aachen, 20. April 2026 – gridX, einer der in Europa führenden Anbieter smarter Energiemanagementsysteme (EMS), hat seinen Ladereport 2026 in englischer Sprache veröffentlicht. Der Bericht widmet sich weitestgehend dem öffentlichen EV-Laden, beinhaltet aber auch Ergebnisse zum Heimladen. Er bündelt Daten der 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie der Schweiz, Liechtensteins, Norwegens, Islands und des Vereinigten Königreichs (zusammen: „Europa“, „Fokusländer“). Für 2025 stellt der Bericht unter anderem fest, dass Deutschland im europäischen Vergleich die meisten Ultra-Fast-Charger installiert hat.
Mehr als ein Zehntel der in Europa zugelassenen Personenkraftwagen rein elektrisch
11.398.731 rein elektrische Personenkraftwagen (BEV) waren vergangenes Jahr in Europa zugelassen, was einem im Vergleich zum Vorjahr verlangsamten Wachstum (2025: 27,7 %, 2024: 35,2 %) um 2.471.194 BEV entsprach. 2025 waren 11,3 % aller zugelassenen Personenkraftwagen (Pkw) BEV (2024: 8,0 %), 21,4 BEV entfielen auf 1.000 Einwohner:innen (2024: 17,8/1.000) und bedeuteten eine Zunahme von 3,6 %.
Die Anzahl der verfügbaren BEV-Modelle erhöhte sich auf 463 (2024: 400), wobei sich deren durchschnittliche Reichweite auf 390,3 Kilometer (2024: 389,2 km) belief und deren durchschnittlicher Einstiegspreis um etwa 2,8 Tausend € auf rund 65,1 Tausend € sank.
Die Anzahl der öffentlichen Ladepunkte in den 32 Fokusländern des Reports belief sich 2025 auf 1.215.706, was eine nahezu Verfünffachung binnen fünf Jahren (2020: 251.356) sowie eine Zunahme um 19,1 % im Vergleich zum Vorjahr (2024: 1.020.499) darstellte; 2024 hatte sich das Wachstum gegenüber dem Vorjahr noch auf 36,8 % belaufen. Die Anzahl der Ladepunkte pro 1.000 Einwohner:innen verdoppelte sich gegenüber 2024 fast auf 3,9 (2024: 2,0/1.000).
Im Jahr 2025 war die Wachstumsrate der öffentlichen Gleichstrom-(DC-)Ladepunkte über Europa hinweg mit 38,5 % mehr als doppelt so hoch wie die der Wechselstrom-(AC-)Ladepunkte (15,3 %) im gleichen Zeitraum. Gleichzeitig stieg der Anteil der Ultra-Fast-Charger im europäischen Schnitt auf 11,8 % gegenüber 9,8 % in 2024. Beides deutet auf die perspektivische Veränderung der öffentlichen Ladeinfrastuktur hin zu einer Hochleistungsinfrastruktur hin, bei der Betreiber öffentlicher Ladepunkte (CPO) die Ladepunktleistung gegenüber der -anzahl priorisieren.
Deutschland mit Erholung bei BEV-Neuzulassungen und führend bei Ultra-Fast-Chargern
2025 nahm sowohl die Anzahl der nationalen BEV-Neuzulassungen um 18,2 % gegenüber dem Vorjahr zu (2024: +13,5 %) als auch der Anteil der BEV an allen zugelassenen Pkw (2025: +3,3 %, 2024: +2,2 %). Das meistgewählte BEV war der Volkswagen ID.7 (2024: Tesla Model Y).
Der Bericht unterscheidet die Ladepunkte nach Kilowatt (kW) in vier Leistungsklassen: Slow Charger (≤7,4 kW), Average Charger (7,4 kW – ≤22 kW), Fast Charger (22 kW – ≤150 Kw) sowie Ultra-Fast-Charger (≥150 kW). Wie im Europatrend nahm auch in Deutschland der Anteil der Ultra-Fast-Charger an allen Klassen zu (2025: 19,0 %, 2020: 4,1 %). Konsistent dazu wies das Land die höchste Zahl an Ultra-Fast-Chargern auf (38.138), vor Frankreich (22.858) und dem Vereinigten Königreich (12.246). Umgekehrt verlief es beim Anteil der Average Charger, der seit 2020 (84,7 %) Jahr um Jahr weiter sank (2025: 72,5 %).
Pro Kopf: Niederlande führend bei Ladepunkten, Island bei Kapazität
2025 wiesen über alle 32 Fokusländer hinweg die Niederlande die höchste Anzahl öffentlicher Ladepunkte auf (202.833, +214,7 % gegenüber 2020), vor Deutschland (200.830, +387,5 % gegenüber 2020) und Frankreich (186.717, +397,9 % gegenüber 2020).
Mit 11,0 Ladepunkten pro 1.000 Einwohner:innen verzeichneten die Niederlande zudem die höchste Ladepunktdichte, vor Dänemark und Belgien (je 8,4/1.000). Wie im europäischen sowie deutschen Vergleich nahm der Anteil der Ultra-Fast-Charger an allen Leistungsklassen in den Niederlanden am stärksten zu (2025: +2,6 %, 2020: +1,3 %), der größte Anteil entfiel jedoch weiterhin auf die Average Charger (2025: 95,0 %, 2020: 93,0 %).
Norwegen war 2025 in zweierlei Hinsicht führend: erstens bei der Quote der neu zugelassenen BEV pro Kopf (178,4/1.000 Einwohner:innen) und zweitens dem Anteil der BEV an allen zugelassen Pkw (24,0 %). Bei der öffentlichen Ladekapazität pro 100 Einwohner:innen war Island mit 57,8 kW führend, vor Norwegen mit 52,7 kW.
Höchste Wachstumsraten bei BEV-Neuzulassungen und DC-Ladepunkten in Osteuropa
Mit 82,0 % verzeichnete Tschechien 2025 im Vergleich zum Vorjahr das höchste Wachstum bei BEV-Neuzulassungen, vor Estland (+75,9 %) und Belgien (+74,3 %). Auch bestätigten mehrere osteuropäische Länder die steigende Beliebtheit von DC-Ladepunkten: Die drei europaweit höchsten Wachstumsraten gegenüber 2024 entfielen auf Lettland (+142,8 %), Estland (+122,9 %) und Polen (+103,7 %).
Ladepunktbetreiber bewerten Energiemanagement als erfolgsbestimmend
Eine Befragung unter vier europaweit aktiven CPO aus dem gridX-Partnernetzwerk ergab, dass diese die Sicherstellung ausreichender lokaler Netzkapazitäten als größte Herausforderung beim Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur sehen.
Eine EMS-Plattform wie gridX’ XENON, die zuverlässig skalierbar ist und dazu beiträgt das volle Flexibilitätspotenzial einer Ladestation zu heben, nannten sie als wesentliches Erfolgswerkzeug. Sie erwarteten einstimmig, dass sich Flexibilität bis 2030 zum elementaren Geschäftstreiber entwickeln wird, und gaben Kosteneffizienz und zusätzliche Umsatzerlöse als Hauptgründe für die Entscheidung für Flexibilität an. Die größte Komplexität sahen drei der vier befragten CPO in der Flexibilitätsprognose, -aggregation und -disaggregation.
Ebenfalls einstimmig gaben sie an ihre Ladestationen neben einem smarten EMS bis 2030 zusätzlich um Batteriespeicher ergänzen zu wollen. Kurzfristig wirken Batteriespeicher hohen Kosten für den Netzanschlussausbau entgegen und unterstützen dabei Netzentgelte deutlich zu senken, langfristig bilden sie die Grundlage für Flexibilitätsvermarktung und damit einhergehende neue Einnahmequellen.
Guillaume Goijen, Director of Charging Technology beim niederländischen Schnellladenetz-Betreiber Allego: „Allego sorgt dafür, dass Energie lokal und über die Energiemärkte hinweg ausbalanciert wird. Um eine skalierbare und zuverlässige Infrastruktur zu gewährleisten, arbeiten wir mit gridX zusammen, um mithilfe modernster Kommunikationsprotokolle und durch die Integration mit Netzbetreibern lokales physisches Lastmanagement durchführen zu können und so so einen optimalen Betrieb insgesamt sicherzustellen. Unser Ziel ist ein einwandfreies Endkund:innenerlebnis.“
Anne Bicking, CEO bei gridX: „Ohne eine entsprechende Steuerung der wachsenden Ladeinfrastruktur entstehen neue Herausforderungen. Wir bewegen uns daher weg vom reinen Ausbau der Infrastruktur hin zu intelligenter Vernetzung und Flexibilität. Was die Akteure der Energie- und Mobilitätswende heute voneinander unterscheidet, ist nicht die Größe einer Ladestation, sondern die Frage, wie intelligent sie gesteuert und monetarisiert wird. Die nächste Phase der Elektromobilität wird davon geprägt sein, wie effektiv dezentrale Anlagen in koordinierte, flexible Systeme umgewandelt werden.“
Redaktionelle Anmerkungen
gridX’ Energiemanagementangebot für öffentliche Ladeinfrastruktur gestaltete sich 2025 wie folgt: 1.157 installierte EMS (2024: 625) optimierten 12.851 öffentliche Ladepunkte (2024: 8.342) in 15 europäischen Ländern.
Der Bericht steht hier zum Download zur Verfügung.
Weitere Grundlagen zu den in dieser Pressemitteilung und im Bericht verwendeten Begrifflichkeiten und Kategorien stehen auf Seite 2 des Berichts unter „Things to note“.
Die Quellen zu den in dieser Pressemitteilung verwendeten externen Zahlen und Prozentangaben, die nicht von gridX erhoben oder errechnet wurden, sind auf den Seiten 31 und 32 des Reports gelistet.
gridX ist Europas führendes Smart-Energy-Unternehmen mit Sitz in Aachen und München. Mit seinem modularen EMS XENON bietet gridX herstellerübergreifend Optimierung und Management von dezentralen Energieressourcen. Mit XENON können Partner skalierbare Energiemanagement-Lösungen schneller und effizienter entwickeln als je zuvor – jederzeit flexibel anpassbar an sich wandelnde Marktanforderungen. E-Mobility-Partner können so mehr und leistungsfähigere Ladepunkte an Standorten installieren, ohne dass ein teurer Netzausbau erforderlich ist. HEMS-Partner minimieren damit Kosten und Komplexität, indem sie ihren Endkund:innen ein ganzheitliches, zukunftsorientiertes und smartes Energiemanagementsystem anbieten.